Politischer Aschermittwoch

20. Februar 2026

Politischer Aschermittwoch der SPD Wartenberg mit Gastredner Benedikt Klingbeil und Bürgermeisterkandidat Michael Gruber in der Bütt

VON FREMDEN FEDERN UND FEHLENDEN FRAUEN

„Am Aschermittwoch ist alles vorbei.“ Nein, für die SPD Wartenberg ging es am Politischen Aschermittwoch erst richtig weiter. 18 Tage vor der Kommunalwahl wurde es natürlich politisch.

Michael Paulini bezog sich in der Begrüßung gleich auf das aktuelle „Linken-Bashing“ Söders aus Passau („Und an alle sozialistischen Klugscheißer kann ich sagen: Schleicht’s euch aus Bayern!“.“) und erinnerte daran, dass Kurt Eisner von der SPD der erste Ministerpräsident Bayerns war.

Die Rede des Vorsitzenden der SPD im Landkreis Erding, Benedikt Klingbeil, stand ganz im Zeichen der Kommunalwahl. Er freue sich, dass Michael Gruber „den Arsch in der Hose habe“, sich als einziger Gegenkandidat gegen Bürgermeister Pröbst aufstellen zu lassen, mit dessen Politikstil viele Bürger unzufrieden seien. „Der Miche lässt sich den Mund nicht verbieten,“ - das erntete großen Applaus.

Zur Kommunalpolitik griff der junge Politiker ein paar Punkte heraus, die ihn umtreiben: Beim Thema Mobilität sei ihm wichtig, dass neben dem notwendigen Individualverkehr im Landkreis der ÖPNV nicht völlig vernachlässigt wird. Für ein selbstbestimmtes Leben der Bürger, besonders der Jugendlichen und der Senioren, solle man auf Expressbuslinien, z.B. nach Erding und zum Flughafen, setzen. Zum Radwegenetz im Landkreis habe es die SPD gebraucht, damit bei Walpertskirchen die Radwege ausgebaut werden. Der Gastredner lobte die Wartenberger SPD-Räte, die gegen die Erhöhung der Kita-Gebühren gestimmt haben, damit „Bildung nicht abhängig vom Geldbeutel der Eltern“ sei.

Gemeindepolitik mit sozialer und demokratischer Handschrift stellte Bürgermeisterkandidat Michael Gruber vor. Er bedauerte, dass es in Wartenberg kein Bürgermeisterkandidatenduell gebe und auch keine Podiumsdiskussion mit allen Parteien.

Die Vorstellung der CSU, am besten alle 20 Mandate zu erhalten, hält er für „einfach nicht demokratisch“. Stattdessen setzt Gruber auf fruchtbare Diskussionen im Marktrat, die zu vernünftigen Kompromissen mit breiten Mehrheiten führen.

Ihm ist auch die angebliche „Ausgewogenheit“ des Frauenanteils bei der CSU (nur fünf von 20) negativ aufgestoßen: „Die CSU-Waage muss wohl dringend neu geeicht werden!“

„Wenn’s was kenna, dann sich mit fremden Federn schmücken“ und Gruber nennt einige sog. „Erfolge“ der CSU Wartenberg, wie z.B. die Sanierung der Kirche und des Thenner Weihers, die ja nicht Sache der Gemeinde seien, oder schlimmer noch, dass das Volksfest weiter stattfinden solle, was ja sicher keiner in Frage stelle. „So besetzt man ein Thema, das es gar nicht gibt“ endete die Rede in der Bütt mit viel Gelächter.

Zum Bild: Michael Gruber (links) übergibt als Dankeschön einen Karikaturkaffebecher Willy Brandt an Benedikt Klingbeil.

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